DE  |  FR
Menu

Grosses Potenzial für den Schweizer Finanzplatz

16.04.2019 - ExpertInnen und Arbeitgebende des Schweizer Finanzsektors sind sich einig: Sustainable Finance ist ein wichtiger Grundpfeiler für die Zukunft der Branche. Dringender Handlungsbedarf sehen sie in der Ausbildung von Fachkräften.


Der Markt für nachhaltige Anlagen ist in der Schweiz in den letzten Jahren signifikant gewachsen. Alleine im Jahr 2017 verzeichnete eine Marktstudie von Swiss Sustainable Finance ein Plus an Investitionen im Bereich Sustainable Finance (SF)[1] von 82% gegenüber dem Vorjahr. Doch der grossen Nachfrage zum Trotz hinkt der Schweizer Finanzmarkt in der Integration von Nachhaltigkeitsüberlegungen anderen Finanzzentren hinterher.

 

Einen Weg, um dieses Defizit zu beheben, sehen ExpertInnen und Arbeitgebende in der Integration von SF-Know-How in die bestehenden Finanzausbildungen, wie eine entsprechende Bedarfsabklärung der OdA Umwelt zeigt. Das Netzwerk der Umweltwirtschaft hat zu diesem Thema verschiedene Banken und Pensionskassen befragt. ExpertInnen von Nachhaltigkeits-Ratingagenturen, Universitäten und NGOs teilen ihre Meinung. Das Bekenntnis der Finanz-Akteure zu nachhaltigen Finanzen spiegelt sich noch nicht in der Bildungslandschaft wider. Annette Krauss, Wissenschaftliche Abteilungsleiterin im Institut für Banking und Finance der Universität Zürich und zuständig für die Entwicklung der Lehre zu SF ortet Nachholbedarf auf allen Stufen des Bildungssystems. «Wenn man extra eine neue berufliche Ausbildung schafft, laufen wir Gefahr, dass eine «SF-Exotengruppe» entsteht. Stattdessen sollte man ein gewisses Grundwissen zum Thema in die bestehenden Finanz-Ausbildungen miteinbeziehen. Schliesslich ist das konventionelle Banking- und Finanzwissen unabdingbar.»

 

Mit dieser Meinung steht die Studiengangleiterin des CAS Sustainable Finance nicht alleine da. Der Schaffung neuer Abschlüsse stehen die meisten Befragten skeptisch gegenüber. Grosses Potenzial für die Integration von SF in bestehende Ausbildungen sehen sie jedoch insbesondere in der höheren Berufsbildung, da dort die Kombination von klassischen Finanz-Skills und SF-Kompetenzen immer relevanter wird, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der Tenor: Ein allfälliger neuer Abschluss im Bereich Sustainable Finance macht lediglich in einer Spezialisierung auf der Stufe Tertiär A (Universitäten und Fachhochschulen) oder im non-formalen Bereich Sinn, da dieser eine flexible Weiterbildung von Mitarbeitenden der Finanzbrache ermöglicht. 

 

In welcher Form die Integration von SF in deren Abschlüsse in Frage kommt, klärt die OdA Umwelt in einem nächsten Schritt mit den Trägerschaften und Bildungsanbietern von wichtigen Finanzabschlüssen in der höheren Berufsbildung ab.


Weiterführende Links zum Thema:

BAFU (2016). Vorschläge für einen Fahrplan zu einem nachhaltigen Finanzsystem in der Schweiz. Eine Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten des Finanzsektors, der Wissenschaft, von Nichtregierungsorganisationen und des Bundes. Eine Einladung zum Diskutieren und zum Handeln.

 

SSF (2018). Schweizer Marktstudie Nachhaltige Anlagen 2018. Zusammenfassung. 

 

 



[1] Sustainable Finance bezeichnet gemäss SSF jede Form von Finanzdienstleistungen, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) in die Anlage- oder Investitionsentscheide zum nachhaltigen Nutzen der Kunden und der Gesellschaft integrieren.

 

 

back home
FEINHEIT Grafik Zürich – CI/CD, Webdesign, Flash, Webshop, XHTML/CSS